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DAS RENNEN BEGINNT

Bird Race auf Helgoland mit dem X-PRO 8x42


Das entdecken, was anderen verborgen bleibt – eine Einstellung, die den Ornithologen ausmacht, ganz besonders beim traditionellen Bird Race der Helgoländer Vogeltage ist sie Grundvoraussetzung. 

Der frühe Vogel

Die 22. Helgoländer Vogeltage, die vom 16. bis 18.10.2025 stattfanden, erreichten am Samstag ihren Höhepunkt als das Bird Race bereits vor Morgengrauen die Hobby-Ornithologen zum Aufstehen bewog. Während die letzten Sterne noch den Himmel schmücken, öffnen sich die Fenster der zum Meer gelegenen Hotels. Auf Fensterbrettern positioniert, richten die ersten Spektive ihren Blick hinaus, um schon die ersten Vogelarten beim Zähneputzen abhaken zu können. Die Euphorie und der Wettkampfgeist sind auf der ganzen Insel zu spüren. Noch vor Sonnenaufgang trifft sich auch das Team MINOX bestehend aus Sven Achtermann, Gerhard Krüss, Manuel Hartmann und Andreas Jost, um möglichst viele unterschiedliche Vogelarten an nur einem Tag zu entdecken. Dabei müssen immer drei Teammitglieder die Entdeckung der Art bestätigen, damit sie gewertet werden kann.



Eiligen Schrittes macht sich die Gruppe durch den Kurpark in Richtung Nordstrand auf. Die teils nur schemenhaften Silhouetten gegen den noch düster grau-blauen Himmel erfordern besondere Expertise beim Erkennen der Arten. Diese bringt Arktis-Expeditionsleiter und Hobby-Ornithologe Sven Achtermann mit. In markanten Flugbewegungen und verräterischen Farbschleiern im Sand erkennt er ohne Zögern Vogelarten, die für andere nur flüchtige Schatten sind. So auch eine Schneeammer, die sich im grauenden Morgen noch unentdeckt in ihrem Versteck heißt, mit dem MINOX X-PRO 8x42 und einer Naheinstellgrenze von unter 2 m, aber klar auszumachen ist.

Sehen und entdecken

Als die ersten Sonnenstrahlen die roten Buntsandsteinklippen von Helgoland treffen herrscht bereits reges Treiben sowohl im Unter- als auch im Oberland. Insgesamt haben sich 82 Teams mit zusammen 287 Teilnehmern für das Bird Race angemeldet. Dabei wurden nicht nur unterschiedliche Vogelarten gezählt, sondern auch insgesamt 4000€ Spenden für die Hellenix Ornithological Society gesammelt, die sich dem Schutz wildlebender Vögel und ihrer Lebensräume in Griechenland verschrieben hat.

Nordstrand

Über die schmale Backsteintreppe, die in den Felsen gelassen ist, geht es vom Unterland nach oben. Bis hierhin hat Team MINOX mit dem X-PRO und seinem großen Sehfeld von 154 m, bereits ein gutes Dutzend Vogelarten erspäht. Von Eiderenten über Wiesenpieper bis zu den fast allgegenwärtigen Wintergoldhähnchen. Sogar eine Schleiereule (ich bilde mir ein wir haben hier eine gesehen in der Früh, aber es wurde keine Sichtung in der Tabelle vermerkt) zieht am frühen Morgen noch einige Kreise in der eindrucksvollen Kulisse.

Wir verlassen den Nordstrand, an dem neben zahlreichen Vögeln auch ein toter Heuler (junger Seehund), der etwas mittig am Strand verendete. Ein Kreis aus Steinen gewahrt einen gewissen Abstand. Diese toten Tiere anzufassen kann sowohl auf Mensch als auch Hund oder andere Tiere Zoonosen übertragen, daher sollten sie nicht berührt werden. Am nächsten Morgen wird er bereits verschwunden und die lauernden Aasfresser satt sein.

Höher, schneller, weiter

Zwischen den tiefen Narben, die der Zweite Weltkrieg auf der Insel mit seinen Bombenkratern hinterlassen hat, findet sich inzwischen eine mannigfaltige Flora und Fauna. Fester Bestandteil des Insel-Bildes sind die Grauen Gehörnten Heidschnuckenschafe, die als Herde über die Insel ziehen und das Gras in Zaum halten. Diese sind im Bird Race zwar irrelevant aber auf und neben den Gehwegen oder in den Bombenkratern ein amüsanter Anblick. Noch mehr Freude bereitete aber die Sichtung von Kurzschnabelgänsen, die sich im etwas höherstehenden Gras eines abgezäunten Schrebergartens vor den Paparazzi versteckten. Fast schon hektisch bleiben Augen und Ohren gespitzt, während man sich effizient durchs Oberland arbeitet. Vielleicht schnappt man bei anderen Teams etwas auf, eine bisher unentdeckte Art auf der sich schnell füllenden Liste. Die tags zuvor noch anwesenden Trottellummen, haben sich an diesem Morgen noch nicht gezeigt. Ebenso wenig wie der Waldpieper, der bereits am Vortag für Furore sorgte. Lange Warten ist die Strategie der einen, möglichst viel Fläche abdecken, die der anderen, wie auch die des Teams MINOX. Den Insel-Aufzug verschmähend wird die nächste Treppe ins Unterland genommen, um eine der ersten Fähren auf die nahegelegene Helgoländer Düne zu nehmen. 

Vogel, ahoi!

Der Andrang ist deutlich größer als zuvor. Wieder scheint das Boot schier unendliche Massen an Menschen mit Spektiven und Ausrüstung aufzunehmen. Selbst während der kurzen Überfahrt, lauern alle auf eine weitere Entdeckung. Auf der Nebeninsel gelandet zerstreuen sich die Bird Racer auf der Insel.

Inzwischen ist das Team MINOX gewachsen. Wenn auch nicht auf dem Papier. Im Rahmen einer geleiteten MINOX-Führung unter Sven Achtermann können so nicht nur weitere Arten entdeckt werden, sondern auch die kleinen, aber feinen Unterschieden den Interessierten aufgezeigt werden. Bereits wenige Schritte vom Anleger entfernt sammelt sich der Seetang in einem Wellenbrecher. Ein Paradies für Vögel auf Nahrungssuche, vor Allem die Zugvögel, die auf ihrem Weg in den Süden den Zwischenstopp auf Helgoland zu schätzen wissen, um Kräfte zu sammeln. So auch einige Pieperarten. Zwischen den fast allgegenwärtigen Wiesenpiepern findet sich hier für das geschulte Auge aber ebenso der Strandpieper, den Sven schnell ausmacht und im direkten Vergleich auch leicht für die Expeditionsteilnehmer zu erkennen ist. Über den Nordstrand, der nur wenig neues bereithält, geht es ins Dünen-Innere. Hot Spots des Tages sind der Golf- und Grillteich die neben den vielen unterschiedlichen Vögeln heute auch eine besondere Anziehungskraft auf Spektive, Ferngläser und ihre Besitzer.

Dicht an dicht

Der Grillteich liegt in einer kleinen Senke verborgen, idyllisch, wenn kaum Betrieb ist. Eine schmale Treppe, mit Brettern in den Sand der Düne gesteckt führt durch Sanddornbüsche hinunter. Würde sie zumindest, wenn es ein Durchkommen gäbe. Mensch an Mensch reiht sich bis ans Teichufer, um das Geschehen zwischen Wasseroberfläche und Geäst zu beobachten. Die 8-fache Vergrößerung des X-PRO in Kombination mit dem brillanten Bild der ED-Linsen lässt einen aber selbst von einiger Entfernung weitere Vögel erkennen und auf der Liste abhaken. Mit unter 900 g ist das X-PRO eins der leichtesten Ferngläser seiner Klasse und ermöglicht so den flexiblen Einsatz überall. Auch ohne Stativ und Spektiv sind eine Blaumeise und auch der etwas verborgenere Zilpzalp schnell ausgemacht.

Zu eng für die große Gruppe der Exkursion geht es weiter über die Insel zum Südstrand wo eine Goldammer zwischen einigem Strandhafer umringt von Schaulustigen sitzt. Fast im Vorbeigehen können wir mit dem X-Pro einen Blick auf sie werfen, ohne uns in den Pulk mischen zu müssen.

Späte Erfolge

Die Exkursion ist für die Teilnehmer nach einigen Stunden hier beendet. Sie können nun noch auf der Düne bleiben oder zurück zur Hauptinsel fahren, wie es das Team MINOX tut. Bereits beim Anlegen zeichnen sich in der untergehenden Sonne die Silhouetten von unzähligen Vogel-Begeisterten auf einem Hügelrücken ab. Dort soll es zu sehen sein, der Star des Tages – das Thorshühnchen. Noch bis in den Abend hinein geht das Bird Race, die letzten Sonnenstrahlen bis zum Ende ausgenutzt, kann das Team MINOX am Ende 86 Vogelarten verzeichnen und erreicht damit Platz 44. Gewinner des Jahres Die Volltrottellummen mit ganzen 110 unterschiedlichen Arten. Insgesamt wurden an diesem einen Tag von den Teilnehmern 126 Arten beobachtet, darunter zum ersten Mal im Rahmen des Bird Race auch der Neuntöter. 


Am Ende eines langen Tages auf Helgoland zeigt sich, wie viel Flexibilität, Konzentration und Beobachtungsgabe das Bird Race verlangt. Das MINOX X-PRO 8x42 unterstützt dabei auf allen Distanzen: Die Naheinstellgrenze von unter zwei Metern ermöglicht Detailbeobachtungen aus nächster Nähe, das weite Sehfeld sorgt für den Überblick über größere Flächen, und mit unter 900 g Gewicht lassen sich schnelle Positionswechsel problemlos umsetzen. Mit Qualität „Made in Germany“ und hochwertigen ED-Gläsern hat man dabei stets klare Sicht – und jeder Blick eröffnet neue Entdeckungen.


Maxi Lauterbach