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ENDLICHE WEITEN

Exkursion auf der Helgoländer Düne mit dem Spektiv 20-60x80 ED


Deutschlands einzige Hochseeinsel verfügt über nur eine Nebeninsel – die Helgoländer Düne. Umringt von feinen Sandstränden beherbergt sie eine üppige Vogelvielfalt. Das ideale Ziel für die MINOX-Exkursion am zweiten Tag der Helgoländer Vogeltage 2025.

Die Insel neben der Insel

Bis zur Neujahrsflut 1721 gab es lediglich eine große Insel, die Sturmflut riss den verbindenden Steinwall hinfort und trennte die seitdem als Düne bezeichnete Nebeninsel von der Hauptinsel. Heute erreicht man die einwohnerlose und nur ca. 70 ha große Insel mit einer kleinen Dühnenfähre. Diese pendelt zwischen Haupt- und Nebeninsel im halb Stunden Takt. 


Eine große Gruppe Vogel-Begeisterter versammelt sich um Punkt 11 Uhr Am Falm vor Optik Kaufmann im Oberland. Geschlossen und bei Bedarf bestückt mit MINOX-Leihferngläsern und dem MINOX Spektiv 20-60x80 ED zieht die Gruppe Richtung Fähre los. Auf dem augenscheinlich kleinen Boot drängen sich die Hobby-Ornithologen, mit eingeklappten Stativen, auf denen ansehnliche Spektive thronen und Kameras, die die Schulterbreite ihrer Träger überspannen. Der dynamische Wind lässt das voll beladene Boot merklich über die Wellen schaukeln, zur Freude der einen und dem Leidwesen einiger anderer. Die Überfahrt von nur einem knappen Kilometer dauert nur wenige Minuten und bereits beim Anlegen am Dünenhafen lässt sich eine erste Besonderheit bestaunen.


Eine Gryllteiste schwimmt mit einer Trauerente zusammen im windgeschützten Hafenbecken. Erstere kommt seit einigen Jahren schon auf die Insel und die Düne, Männlein und Weiblein im Wechsel, aber nie zeitgleich, das gespannte Warten auf einen potenziellen Nachwuchs hält also noch an. Mit bloßem Auge sind lediglich ein schwarzer und ein weißer Punkt zu sehen, die Ferngläser helfen bereits merklich, mit dem Spektiv ist es dann allerdings, als stünde man lediglich einen Meter von den Tieren entfernt. Detailliert kann man das Federkleid betrachten und beispielsweise das Alter bestimmen.

Expertise und Weitblick

Natürlich wäre man als Laie damit heillos überfordert, selbst wenn man die Art erkennen würde, wären weitere Definitionen ausgeschlossen. Sachkundige Führung erhielt auch dieses Mal die Gruppe von Arktis-Expeditionsleiter, Naturfotograf und Hobby-Ornithologe Sven Achtermann. Noch an der Hafenmauer entlang entdecken wir die ersten Heuler – junge Seehunde. Neben Vögeln kennt Sven sich auch hier sehr gut aus, erklärt uns die Unterschiede zwischen den beiden ansässigen Arten Seehund und Kegelrobbe. Die beiden Heuler, die wir sehen, sind inzwischen, verlassen von der Mutter, auf sich allein gestellt. An der Rückenform kann man erkennen, ob die Tiere eine ernste Infektionskrankheit haben, an der sie verenden könnten. Bei den Kegelrobben wird es erst noch einige Zeit dauern, bis Nachwuchs zu erwarten ist. Schilder warnen davor sich den Tieren auf mehr als 30 Meter zu nähern. Noch ist der Südstrand verlassen, der langgezogene Sandstrand ist fast menschenleer, einige Meeressäuger treiben in den sanften Wellen. Bis aufs letzte Barthaar lassen sie sich mit der 60-fachen Vergrößerung des Spektivs erkennen. Das große Sehfeld von maximal 36 m bietet trotzdem eine gute Übersicht und lässt Säuger aber auch Vögel leicht in ihrem Lebensraum verfolgen.

Kleine Federkunde

Zwischen Sand und Seetang sammeln wir einige Federn auf. Sven kann an einer davon nicht nur erkennen, was es für ein Vogel ist, sondern auch, das Alter und wo genau die Feder am Vogel war. Mit einiger Erklärung scheint es fast logisch. Wir schnuppern an Kormoran Federn, die talgig riechen. Und dann war da noch die Rupfung eines Sperbers eines jungen Stares, zu erkennen daran, dass er noch nicht die erste Mauser durchlaufen hatte. Die Federn liesen wir anschließend natürlich auf der Insel zurück.


Hinweis: Die volle Ausführung zu den Federn finden Sie auf unserem Social Media Kanal

Der feine Unterschied

Am Strand entlang steuern wir das Ende des Südstrands an, hier tummeln sich neben den bereits von Weitem erspähten Meerstrandläufern auch die Ornithologen. Sie blicken aber nicht aufs Meer oder auf die sich sonnenden Kegelrobben, sondern zu einem flachen mit Strandhafer bestandenem Vordünenbereich. Hier soll er sich zurzeit aufhalten, der Rotkehlpieper, der Star des Tages. In einem weitläufigem Halbkreis stehen Kameras und Spektive parat, wir reihen uns mit unserem ebenfalls ein. Da ist er und alles folgt dem zierlichen Vögelchen wie es zwischen langen Gräsern, Sandhügeln und Sträuchern hin und her hüpft. Seine rot schimmernde Brust lässt ihn leicht von den ebenfalls umherwuselnden Wiesenpiepern unterscheiden. Trotz des weiten Abstands, um ihn nicht zu verschrecken, ist der Rotkehlpieper im Spektiv klar und deutlich zu erkennen. Die hohe Abbildungsleistung der ED-Linsen liefern ein farbtreues und kontrastreiches Bild, welches die farbliche Abhebung des Rotkehlpiepers besonders deutlich macht. 

Verpasste Chance

Nach wenigen Augenblicken ist er dann verschwunden, hinter dem hohen Gras. Vorsichtig gehen wir durch die Sanddornsträucher den Weg entlang ins Inselinnere. Lassen den Rotkehlpieper hinter uns und treffen auf die nächste Menschentraube. Am kleinen Golfteich, der seinen Namen dem nahegelegenen Minigolf-Platz verdankt, ist kaum ein Meter mit freier Sicht übrige. Eine Bekassine soll hier zu sehen sein. Mit den Ferngläsern versuchen wir sie zu erspähen, haben aber kein Gück.

Große und kleine Vögel

Ein letztes Highlight erwartet uns noch zum Ende, wir biegen zum Flugplatz Helgoland-Düne ab auf dem das ganze Jahr über täglich Kleinflugzeuge die Insel mit dem Festland verbinden. Am Rande der Startbahn stehen einige Goldregenpfeifer und flattern und laufen etwas auf und ab. Der golden gefleckte Rücken ist durch das Spektiv besonders gut zu erkennen. 

Wer suchet, der findet

Die Exkursion hat damit ein erfolgreiches Ende gefunden. Der Gruppe steht es nun frei weiter auf der Düne zu bleiben, noch einmal nach dem Rotkehlpieper zu suchen oder ihr Glück am zweiten Teich, dem Grillteich, benannt nach den vorhandenen Grillplätzen, zu versuchen und hier weitere Kleinvögel zu entdecken. Die Düne ist der ideale Einsatzort für das MINOX Spektiv 20-60x80 ED. Die offene Landschaft macht es schwer besonders nah an die meisten Vögel heranzutreten, ohne vorher bemerkt zu werden. Mit dem Spektiv ist das stille Beobachten problemlos möglich.

Glück kann man sonst auch am Strand abseits der Vogelbeobachtung brauchen, wenn man einen original Helgoländer roten Feuerstein entdecken möchte, um ihn als Souvenir mit nach Hause zu nehmen. Da hilft aber vor allem Erfahrung und leider kein Spektiv mehr.

Maxi Lauterbach